Aktuelles

Die Entfremdung von der Bank

Das eheähnliche Verhältnis – in guten wie in schlechten Zeiten – zwischen Banken und Mittelstand haben die Banken spätestens mit der Finanzkrise gekündigt.

Banken agieren aus der Perspektive des Mittelstands zunehmend erratisch. Heute zugesagte Kredite werden morgen wieder infrage gestellt oder schlicht kassiert. Der Firmenkundenberater ist längst zum Spielball sich überschlagender, zentral gesteuerter Strategiewechsel mutiert. Hierin manifestiert sich der steigende Druck, der auf den Banken lastet und der die Beziehung zum Mittelstand nachhaltig verändern wird. Wenn sich das Pfund einer verlässlichen Partnerschaft, mit dem die Banken lange Zeit gewuchert haben, verflüchtigt, geht ein zentrales Alleinstellungsmerkmal vis-à-vis neuer, alternativer Financiers verloren. Verstärkt wird die resultierende Bereitschaft des Mittelstands, sich versuchsweise auf neue Finanzierungsanbieter einzulassen, auch dadurch, dass sich knapp 40 Prozent der Unternehmen überwiegend oder überhaupt nicht fair und objektiv von ihrer Bank beraten fühlen (laut KMU-Banken- Barometer 2016).

Angesichts niedriger Zinsen, steigender Kapitalanforderungen und eines eingetrübten makroökonomischen Ausblicks ist gemäß der jüngsten EZB-Umfrage im vierten Quartal 2016 mit weiter anziehenden Kreditstandards zu rechnen. Dies wird der Bedeutung bankergänzender Finanzierungsbausteine weiteren Auftrieb verleihen.

Und so verwundert es nicht, dass neben den klassischen, bankergänzenden Finanzierungsbausteinen wie Factoring und Leasing, auch eine Vielzahl neuer Finanzierungsanbieter auf den Plan treten. Die Angebote reichen von der Finanzierung des Umlaufvermögens durch FinTechs wie zum Beispiel Creditshelf, über FineTrading, einer Form der Handelsfinanzierung, durch Anbieter wie zum Beispiel der DFT Deutsche Finetrading AG, bis hin zu langfristigen Finanzierungsbausteinen mit freier Mittelverwendung, wie zum Beispiel die KMU-Anleihe der WIR Finanzierer Gruppe. Dass über diese Plattformen vielfach Gelder internationaler institutioneller Investoren investiert werden, die die Finanzierung des Mittelstands zu Recht als attraktive Assetklasse für sich entdeckt haben, ist dabei mehr als eine Randnotiz wert. Diese neuen Finanzierungsangebote stärken Unternehmen auch für ihre Bankverhandlungen den Rücken, denn: Eine diversifizierte Finanzierung macht unabhängig und verschiebt die Verhandlungsgewichte zu Gunsten des Unternehmens.

Artikel als PDF

Quelle: DER Mittelstand. Das Unternehmermagazin
Ausgabe 06/2016 – Dezember 2016 / Januar 2017

Diese Start-ups richten sich speziell an Unternehmen

Die Zahl an Fintech-Unternehmen wächst rasant an. Während bisher vor allem Verbraucher als Zielgruppe der frischen Finanz-Technologie-Firmen galten, rücken nun Mittelständler in den Fokus.
Die Fintech-Branche boomt. Laut der Unternehmensberatung McKinsey gibt es inzwischen weltweit rund 12 000 Fintech-Anbieter, die den traditionellen Finanzdienstleistern Konkurrenz machen. Wir stellen Ihnen einige der neuen Player und ihre Geschäftsmodelle vor.

Online Factoring

Decimo ist ein Anbieter, der sich auf Online-Factoring spezialisiert hat. Firmen können beim Berliner Fintech Rechnung von 50 bis 50 000 Euro einreichen. „Nach kurzer Prüfung ist das Geld innerhalb von 24 Stunden überwiesen“, verdeutlicht Gründer Andreas Dubrow den schnellen Prozess. Wobei der durchschnittliche Rechnungsbetrag bei rund 1000 Euro liegt. Decimo erhebt mindestens 2,9 % Gebühr vom Rechnungsbetrag (netto). Online abgewickelt, können Rechnungen eingereicht werden, die bis in 60 Tagen beglichen sein sollen. Länger Zahlungsziele müssen separat ausgehandelt werden, so der Seitenbetreiber. Gestartet 2014 mit einer Bankenlizenz erzielt das junge Unternehmen aktuell einen Außenumsatz von 6 Mio. Euro.

Online Finetrading

InterFin ist eine Website, die von der Deutschen Finetrading AG betrieben wird. Vorstand Dirk Oliver Haller zielt mit dem Angebot auf Gewerbetreibende, die das Kreditlimit ihrer Bank schonen wollen. Vorfinanziert werden von der Plattform Beschaffungsvolumen zwischen 500 und 20 000 Euro. Auch hier laufen die Bonitätsprüfung und das Einreichen der Lieferanten-Rechnungen online. Industriekunden müssen lediglich die Handelsregister- sowie die Steuernummer hinterlegen. Innerhalb von 48 Stunden entscheidet InterFin, ob der Deal zustande kommt. Die besten Konditionen erzielen Finetrading-Kunden, wenn sie die gekauften Waren binnen 120 Tagen bezahlen. Wer das maximale Zahlungsziel von 150 Tagen ausreizt, muss höhere Kosten in Kauf nehmen. Los geht’s bei InterFin mit einer Gebühr von 0,63 % pro Transaktion. Wer diese bucht, wird als Sofortzahler eingestuft und kann gegebenenfalls den Einkaufspreis runterhandeln.

Crowd Finanzierung (weiterlesen)

Spannende Perspektiven: Fintechs finanzieren Unternehmen

Starke Resonanz auf Vorstellung von Fintech-Anbietern für bankenunabhängige Unternehmensfinanzierung beim Business Breakfast in Frankfurt am Main

Die Finanzierungslandschaft für mittelständische Unternehmen in Deutschland befindet sich im Umbruch. So zeigt sich, dass trotz anhaltender Niedrigzinsen der Zugang zu Bankkrediten gerade für kleinere und mittelgroße Unternehmen immer schwieriger wird. Im aktuellen «KMU-Banken-Barometer 2016» fasst der Bundesverband freier Berater die Ergebnisse so zusammen: «Bei neun der zehn Standardaussagen schätzen die Unternehmen ihre Finanzierungs- und Banken-Situation schlechter ein als 2015. Bereits im Vorjahr galt das für acht Aussagen. Wir sehen dies mit Blick auf die Finanzierung der Unternehmen mit Sorge.» Daraus lässt sich schließen: Wer als Unternehmer bei seiner Hausbank
eine Finanzierungsanfrage stellt, muss mit restriktiverem Verhalten – beispielsweise in Form von hohen Risikoaufschlägen oder strengen Anforderungen an Kreditsicherheiten – rechnen.

Ausgerechnet die niedrigen Zinsen, die eigentlich für Unternehmen die Finanzierungskosten senken sollten, sind eine der maßgeblichenUrsachen für die drohende Kreditklemme im Mittelstand. Weil durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB die Zinsmargen der Banken zusammengeschrumpft sind, sinken deren Erträge. Als Reaktion darauf versuchen viele Geldinstitute, ihre Bilanzrisiken zu reduzieren. Das führt dazu, dass bei der Vergabe von Unternehmenskrediten die Anträge häufig nur noch bei umfangreichen Sicherheiten genehmigt werden oder sich Geldinstitute mehr oder weniger ganz aus dem Geschäft mit kleineren und mittelständischen Unternehmen zurückziehen. […]

Gesamter Artikel als PDF

Dieser Artikel erschien zuerst in Kredit & Rating Praxis 06/2016

Deutsche Banken auf dünnem Eis

von Dirk Oliver Haller

Start-ups und Fintechs bringen die etablierten Banken dazu, Geschäftsmodelle zu hinterfragen und zu ändern. Zwar werden Banken auch in zehn Jahren noch Mittelständlern Geld leihen, allerdings ganz anders als heute.

Der Finanzmarkt ist in Bewegung: Getrieben durch die europäische Null-Zins-Politik und verstärkte Regulierungen nach der Finanzkrise 2008, sind die deutschen Dinosaurier der Finanzwelt zum Umdenken gezwungen.

Zudem bekommen Regional- und Großbanken zwischen Hamburg und München Druck von unten. FinTechs drängen auf den Markt. Sie haben vor allem Privatkunden im Visier und bieten gut verständliche Apps, um Bankgeschäfte bequem und günstig abzuwickeln. Weltsparen etwa vermittelt Festgeldanlagen im europäischen Ausland.

Die Hamburger Kreditech verleiht Geld vom 50-Euro-Kredit für drei Tage bis zum 50.000-Euro-Darlehen für drei Jahre. App statt Bank auch bei Auslandtransfers: Das Londoner Start-up Transferwise sieht sich als Alternative zu deutschen Banken, weil sie einen besseren Service bieten und weniger Gebühren verlangen. Plattformen wie Auxmoney, Bondora oder Lendico bringen Kreditnehmer mit Privatleuten zusammen, die Geld verleihen wollen.

Einer neuen Studie zufolge könnte das Geschäftsvolumen in Europa auf bald mehr als sieben Milliarden Euro anwachsen. Für die USA prognostizieren die Berater von PwC bis in einer Dekade sogar einen 150 Milliarden Dollar schweren Markt.

Entwickelt sich dieses „Crowdlending“ hierzulande ebenso rasant, werden Volksbanken und Sparkassen bald weniger Kredite abzeichnen. Denn all diese jungen Plattformen und Geldhäuser wollen den deutschen Mittelstand als Kunden. Der wiederum hat die Auswahl an Anbietern die vermeintlich schneller, pfiffiger und internationaler agieren.

Und es wird noch härter: Die deutschen Banken haben im internationalen Wettbewerb den Anschluss verloren. Unter den zehn wertvollsten Banken der Welt befinden sich fast ausschließlich amerikanische und chinesische Gesellschaften. Auf Platz 20 rangiert das wertvollste Institut der Euro-Zone. Die wertvollste deutsche Bank findet sich nach Platz 100. Das ist nicht gleichgültig, wenn die Industrie bei großen Finanzierungen und Transaktionen auf ausländische Banken angewiesen ist. Umso mehr, weil Kreditentscheidungen in kritischen Fällen noch nie frei von politischen Einflüssen gewesen sind.

Ohne Banken geht es nicht

Dennoch gibt es Grund zu vorsichtigen Optimismus: Die Bankern haben die Situation erkannt. Etliche hinterfragen ihre bisherigen Modelle. Suchen Kontakt zu alternativen Anbietern, um ihr Portfolio abzurunden. Oder programmieren Apps und schulen den Vertrieb, um in Sachen sozialen Medien aufzuholen.

Laut etlicher Umfragen und Studien sind die Pfunde, mit dem Sie wuchern sollten, Sicherheit und Vertrauen. Natürlich nutzen gerade junge Leute ausgiebig Online-Kanäle. Aber die klassische Bankverbindung und die Sicherheit, die damit verbunden ist, haben immer noch oberste Priorität.

Dennoch müssen sich Banken schneller den Bedürfnissen der Kunden annehmen. Darlehen von Instituten machen nur noch 23 Prozent des Fremdkapitals von Unternehmen aus – vor zehn Jahren waren es noch 30 Prozent. Dünner sollte das Eis nicht werden.

Artikel als PDF herunterladen

Dieser Artikel erschien zuerst in der Wirtschafts Woche.

Online-Finetrading: Finanzierungsspielraum für Einkäufer

Wie Industrieunternehmen Beschaffungsvolumina bis 20.000 Euro online abwickeln.

„Fintechs“ sind junge Firmen, die online Finanzdienste anbieten. Oft nutzen Verbraucher diese Apps alternativ zur Hausbank. Anbieter wie die Hamburger Kreditech etwa verleihen Geld; vom 50-Euro-Kredit für drei Tage bis zum 50.000-Euro-Darlehen für drei Jahre. App statt Bank gibt es auch für Auslandsüberweisungen. Transferwise aus London sieht sich als Alternative zu Banken, weil es weniger Gebühren pro Geldtransfer verlangt. Einer Studie zufolge könnte das FinTech-Geschäftsvolumen in Europa bald auf mehr als sieben Mrd. Euro anwachsen. Für die USA prognostizieren Berater von PwC sogar einen 150 Mrd. Dollar schweren Markt.

Maximales Einkaufsvolumen von 20.000 Euro

Die Deutsche Finetrading AG verspricht schnelles Geld für Beschaffungsvolumina bis 20.000 Euro. Firmen, die bei ihrer Hausbank ans Kredit-Limit stoßen, es nicht komplett ausreizen wollen oder einfach kurzfristig nach einer alternativen Finanzierung suchen, finden hier einen kurzfristigen Finanzierungsspielraum.

Einkäufer aus Industrieunternehmen legen auf dem Portal „InterFin“ einen Lieferanten an und laden das zu finanzierende Angebot hoch. Das können etwa Halbfertigprodukte, Maschinenteile sein oder Werkzeuge – alles unterhalb von 20.000 Euro Finanzierungsvolumen. Denn das ist der maximale Spielraum, den die Fintech-Plattform gewährt. Der Mindestbestellwert beträgt 500 Euro netto.

Kurze Bonitätsprüfung (weiterlesen)

App statt Bank – So kommt dein Startup kurzfristig zu Geld

Junge Software-Firmen bieten online Finanzierungen bis 20.000 Euro

Im Spießer-Outfit bei der Bank für einen Kredit vorsprechen war gestern.
Fintechs sind junge Firmen, die online Finanzdienste anbieten. Diese Anbieter verleihen Geld per App.

Geld gibt’s nicht nur bei der Bank

Vom 50-Euro Kredit für drei Tage bis zum 50.000-Euro-Darlehen für drei Jahre bietet beispielsweise die Hamburger Fintech ein Finanzierungsmodell an, dass du online abrufen kannst. Plattformen wie Auxmoney, Bondora oder Lendico bringen dich mit Privatleuten zusammen, die Geld verleihen wollen.
Einer neuen Studie zufolge könnte das FinTech-Geschäftsvolumen in Europa bald auf mehr als sieben Milliarden Euro anwachsen. Für die USA prognostizieren Berater von PwC bis in einer Dekade sogar einen 150 Milliarden Dollar schweren Markt. Entwickelt sich dieses „Crowdlending“ hierzulande ebenso rasant, werden traditionelle Banken bald deutlich
weniger zu tun haben.

Der schnelle Weg zum neuen Notebook

In die Gattung der frischen Fintechs gehört auch das Portal interFin. Wenn du für ein neues Notebook oder stylische Büromöbel nicht das Kreditlimit deiner Bank ausreizen willst, lädst du auf der Homepage die gewünschte Finanzierung hoch. Der Portalbetreiber, die Deutsche Finetrading AG (DFT), bietet Beträge zwischen 500 und 20.000 Euro als schnelle
Kreditalternative an. Für die Bonitätsprüfung ist deine Steuernummer notwendig. Bei positiver Bewertung hast du binnen weniger Stunden die Finanzierungszusage im E-Mailpostfach.

So funktioniert Finetrading

Danach kannst du den Deal über den Finetrader abwickeln, dabei tritt dieser als Zwischenhändler auf. Rein formell kauft DFT das von dir gewünschte Notebook – und verkauft es sofort an dich weiter. Du zahlst nach 30, 60, 90, 120 oder 150 Tagen. InterFin finanziert sich aus dem Skonto, das der Lieferant gewährt. Die Online-Plattform belohnt schnelles Begleichen offener Rechnungen. Geht dein Geld etwa schon nach 120 Tagen ein, kostet die Finanzierung nur 0,4 Prozent vom Rechnungswert. Bei 10.000 Euro Einkaufsvolumen wären das 39,50 Euro. Schaffst du es, noch früher zu bezahlen, sinken die Finanzierungskosten weiter.

Quelle: Leila Haidar, Edition F

Online-Finetrading – Spielraum für Einkäufer

Neugierig tippt Frank F. die Buchstaben ein und landet auf einer Homepage der Deutschen Finetrading AG (DFT). „InterFin“ ist der Seitentitel, der für Firmen Geld verspricht, die bei ihrer Hausbank ans Kredit-Limit stoßen oder es nicht komplett ausreizen wollen – oder einfach kurzfristig nach einer alternativen Finanzierung suchen. Innerhalb von Minuten legen Einkäufer aus Industrieunternehmen auf dem Portal einen Lieferanten an und laden das zu finanzierende Angebote hoch. Das können etwa Rohwaren, Maschinenteile sein oder Werkzeuge – alles unterhalb von 20.000 Euro Beschaffungsvolumen. Denn das ist der maximale Spielraum, den die Plattform gewährt. Wobei ein Mindestbestellwert von 500 Euro netto gegeben sein muss.

Rasche Bonitätsprüfung
Für die Bonitätsprüfung muss Frank F. lediglich Steuer- und Handelsregisternummer angeben. Bei positiver Einschätzung hat der Einkäufer eines Maschinenbaubetriebes binnen weniger Stunden die Zusage im E-Mailpostfach. Danach kann er den Deal über den Finetrader abwickeln. Finetrading ähnelt dem Factoring. Doch statt Rechnungen zu verkaufen, wie beim Factoring üblich, und innerhalb von zwei Tagen Geld auf dem Konto zu sehen, bedeutet Finetrading ein verlängertes Zahlungsziel. „Im Beispiel würden wir als Zwischenhändler auftreten“, erklärt DFT-Vorstand Dirk Oliver Haller. In dieser Funktion würde sein Unternehmen die Teile beim Lieferanten kaufen und direkt an den Maschinenbauer veräußern. Einkäufer Frank F. bezahlt allerdings erst nach 30, 60, 90, 120 oder 150 Tagen.

Vorsicht vor zu langem Zahlungsziel (weiterlesen)

Deutsche Banken auf dünnem Eis

Start-ups und Fintechs bringen die etablierten Banken dazu, Geschäftsmodelle zu hinterfragen und zu ändern. Zwar werden Banken auch in zehn Jahren noch Mittelständlern Geld leihen, allerdings ganz anders als heute.

Der Finanzmarkt ist in Bewegung: Getrieben durch die europäische Null-Zins-Politik und verstärkte Regulierungen nach der Finanzkrise 2008, sind die deutschen Dinosaurier der Finanzwelt zum Umdenken gezwungen.

Zudem bekommen Regional- und Großbanken zwischen Hamburg und München Druck von unten. FinTechs drängen auf den Markt. Sie haben vor allem Privatkunden im Visier und bieten gut verständliche Apps, um Bankgeschäfte bequem und günstig abzuwickeln. Weltsparen etwa vermittelt Festgeldanlagen im europäischen Ausland.

Die Hamburger Kreditech verleiht Geld vom 50-Euro-Kredit für drei Tage bis zum 50.000-Euro-Darlehen für drei Jahre. App statt Bank auch bei Auslandtransfers: Das Londoner Start-up Transferwise sieht sich als Alternative zu deutschen Banken, weil sie einen besseren Service bieten und weniger Gebühren verlangen. Plattformen wie Auxmoney, Bondora oder Lendico bringen Kreditnehmer mit Privatleuten zusammen, die Geld verleihen wollen.

Einer neuen Studie zufolge könnte das Geschäftsvolumen in Europa auf bald mehr als sieben Milliarden Euro anwachsen. Für die USA prognostizieren die Berater von PwC bis in einer Dekade sogar einen 150 Milliarden Dollar schweren Markt.

Entwickelt sich dieses „Crowdlending“ hierzulande ebenso rasant, werden Volksbanken und Sparkassen bald weniger Kredite abzeichnen. Denn all diese jungen Plattformen und Geldhäuser wollen den deutschen Mittelstand als Kunden. Der wiederum hat die Auswahl an Anbietern die vermeintlich schneller, pfiffiger und internationaler agieren.

Und es wird noch härter: Die deutschen Banken haben im internationalen Wettbewerb den Anschluss verloren. Unter den zehn wertvollsten Banken der Welt befinden sich fast ausschließlich amerikanische und chinesische Gesellschaften. Auf Platz 20 rangiert das wertvollste Institut der Euro-Zone. Die wertvollste deutsche Bank findet sich nach Platz 100. Das ist nicht gleichgültig, wenn die Industrie bei großen Finanzierungen und Transaktionen auf ausländische Banken angewiesen ist. Umso mehr, weil Kreditentscheidungen in kritischen Fällen noch nie frei von politischen Einflüssen gewesen sind.

Ohne Banken geht es nicht

Dennoch gibt es Grund zu vorsichtigen Optimismus: Die Bankern haben die Situation erkannt. Etliche hinterfragen ihre bisherigen Modelle. Suchen Kontakt zu alternativen Anbietern, um ihr Portfolio abzurunden. Oder programmieren Apps und schulen den Vertrieb, um in Sachen sozialen Medien aufzuholen.

Laut etlicher Umfragen und Studien sind die Pfunde, mit dem Sie wuchern sollten, Sicherheit und Vertrauen. Natürlich nutzen gerade junge Leute ausgiebig Online-Kanäle. Aber die klassische Bankverbindung und die Sicherheit, die damit verbunden ist, haben immer noch oberste Priorität.

Dennoch müssen sich Banken schneller den Bedürfnissen der Kunden annehmen. Darlehen von Instituten machen nur noch 23 Prozent des Fremdkapitals von Unternehmen aus – vor zehn Jahren waren es noch 30 Prozent. Dünner sollte das Eis nicht werden.

Quelle: wiwo.de

Spannende Perspektiven: Fintechs finanzieren Unternehmen

Starke Resonanz auf Vorstellung von Fintech-Anbietern für bankenunabhängige Unternehmensfinanzierung beim Business Breakfast in Frankfurt am Main

(Frankfurt am Main, 20.10.2016) Fintech-Unternehmen, die Finanzgeschäfte auf Basis hochentwickelter Internet-Technologie anbieten, erobern derzeit nicht nur den Markt für private Bankgeschäfte. Auch im Geschäft mit Unternehmensfinanzierungen bieten innovative und bankenunabhängige Finanzierungsanbieter ganz neue Möglichkeiten für Unternehmer bei der Finanzierung ihres Betriebs. Vor mehr als 100 Teilnehmern aus den Bereichen Unternehmens-, Finanz-, Rechts- und Steuerberatung präsentierten am 19. Oktober 2016 beim Business Breakfast „Mittelstandsfinanzierung 4.0“ in der Kameha Suite in Frankfurt am Main vier innovative Fintechs ihre Strategien zur Zukunft der bankenunabhängigen Unternehmensfinanzierung.

Dirk Oliver Haller, Vorstand der DFT Deutsche Finetrading AG sowie Geschäftsführer der interFin GmbH undAusrichter der Veranstaltung, erläuterte die Einsatzmöglichkeiten von Finetrading bei der Finanzierung von Wareneinkäufen. Der Finetrader tritt hierbei als Zwischenhändler auf, zahlt die Lieferantenrechnung sofort und gewährt dem Abnehmer ein mehrmonatiges Zahlungsziel. Diese flexible und einfach zu handhabende Finanzierungslösung bietet die interFin GmbH als Online-Finanzierung auf www.interfin.de an. Unternehmen können bei interFin eine Kreditlinie bis zu 40.000 Euro einrichten, die praktisch wie ein Kontokorrentkredit funktioniert. Innerhalb des Limits können Einkaufsgeschäfte auf einfachste Weise mit einer Laufzeit bis zu 150 Tagen finanziert werden, erläutert Dirk Oliver Haller und ergänzt: „Mit interFin verknüpfen wir unsere langjährige Erfahrung in der Unternehmensfinanzierung mit einer nutzerfreundlichen Online-Plattform und einen hocheffizienten Abwicklungsprozess.“

Mittel- bis langfristiges Fremdkapital für die Finanzierung des Unternehmenswachstums bietet der Kreditspezialist Caple (www.caple.co), dessen Geschäftsmodell Managing Partner Michiel Slinkert vorstellte.Mit einem Netzwerk von Kooperationspartnern und gestützt auf eine proprietäre Technologieplattform werden deren gesunde KMU-Kunden identifiziert und betreut. Diesen werden zur Umsetzung ihrer Wachstums- und Investitionspläne Kredite zwischen 0,5 Mio. und 5 Mio. Euro gewährt. Diese Kredite werdenvon langfristig orientierten institutionellen Investoren dargestellt. „Als Brücke zwischen Unternehmen und Investoren stellen wir mit Kreditspezialisten und Plattform Kredit- und Unternehmensprüfung sowie Monitoring zum Wohl beider Seiten zur Verfügung. Die Kunden unserer Kooperationspartner erhalten so eine angepasste Finanzierung zu fairen und transparenten Konditionen und unsere Investmentpartner profitieren von einer fundiert analysierten Kapitalanlage“, so Michiel Slinkert.

Eine Schnittstelle zwischen Kreditsuchenden und Investoren für die Finanzierung des Umlaufvermögens bietet creditshelf (www.creditshelf.com) im Rahmen eines Auktionsverfahrens an. Unternehmen registrieren sich auf der creditshelf-Plattform und stellen dort ihre Finanzierungsanfrage. Diese wird von creditshelf geprüft, im Rahmen eines Scorings klassifiziert und in die Auktion eingebracht. Dort können dann institutionelle oder vermögende private Investoren ihr Finanzierungsangebote platzieren, schildert creditshelf-Geschäftsführer Dr. Daniel Bartsch die Vorgehensweise. „Kernelement ist dabei unser Analyseprozess, der sowohl auf digitale Technologie wie auch auf die Kompetenz unserer Finanzierungsexperten setzt. Dieses Zusammenspiel aus Datentechnologie und dem Fachwissen der Mitarbeiter schafft insbesondere bei den Investoren das notwendige Vertrauen.“

Mit Firmenkrediten im Peer-to-Peer-Verfahren (P2P) überträgt die Lendico Deutschland GmbH (www.lendico.de) den Online-Marktplatz für Privatkredite auf die Unternehmensfinanzierung. Unternehmen können auf der Lendico-Plattform ihren Finanzierungswunsch platzieren und ihr Geschäftsmodell beschreiben. „Innerhalb von 48 Stunden nach Eingang der erforderlichen Unterlagen unterbreitet Lendico einen unverbindlichen Konditionenvorschlag. „Eine schnellere Finanzierung gibt es für kleine und mittelständische Unternehmen nicht“, sagt Lendico-Geschäftsführer Friedrich Hubel.

In kompakter Form konnten sich die Teilnehmer über die Vielfalt der Fintech-Angebote zur bankenunabhängigen Unternehmensfinanzierung informieren. „Eine bestens organisierte, informative und anregende Vormittagsveranstaltung“, so das Fazit von Caple-Partner Michiel Slinkert. Das große Interesse der Teilnehmer offenbart einen klaren Trend: Für kleine und mittelgroße Unternehmen liegt die Zukunft der Finanzierung darin, neben der Hausbank gezielt auch die für den jeweiligen Einsatzzweck passenden alternative Finanzierungsanbieter mit ins Boot zu holen, um den finanziellen Freiraum für das künftige Wachstum zu erhalten.

Pressemitteilung als PDF

Ersatzteillager in Südamerika flexibel finanzieren

Die deutsche Maschinenbaubranche hofft auf ein Freihandelsabkommen mit dem Mercosur, das die Exportgeschäfte beleben kann. Unabhängig vom Ergebnis der aktuellen Verhandlungen kommt es für Maschinenhersteller bei der Markterschließung in Südamerika darauf an, die Servicequalität und schnelle Versorgung mit Ersatzteilen auch in Übersee zu sichern. Beim Aufbau von Ersatzteillagern bei südamerikanischen Importeuren bietet sich Finetrading als bankenunabhängiges Finanzierungsmodell an.

dft_ersatzteillager_zylinderFür die deutschen Hersteller von Maschinen und Anlagen verlief das Geschäft mit Exportkunden in Südamerika zuletzt eher verhalten. Nach den Zahlen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) waren die Exporte im ersten Halbjahr 2016 rückläufig: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 gingen die Ausfuhren nach Lateinamerika um 10% zurück, bei den Exporten in die Mercosur- Staaten belief sich das Umsatzminus sogar auf 22,9%. Im Mercosur-Bündnis haben sich einige Staaten Südamerikas zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu bilden. Neben Brasilien und Argentinien zählen Paraguay, Uruguay und Venezuela als Vollmitglieder zum Mercosur-Bündnis. Weitere sieben Länder haben den Status von assoziierten Staaten. Nun setzt die Maschinenbaubranche darauf, dass die Verhandlungen der EU mit der Mercosur-Staatengemeinschaft in absehbarer Zeit zu einem Freihandelsabkommen führen. Damit würde für deutsche Unternehmen ein attraktiver Absatzmarkt entstehen – immerhin können die dortigen Staaten zusammen eine Einwohnerzahl von mehr als 260 Millionen Menschen vorweisen. Vom Abschluss eines Freihandelsabkommens könnten aus Sicht der Maschinenbaubranche beide Seiten profitieren: Die Wirtschaft in Südamerika erhielte einen vereinfachten Zugang zu moderner Produktionstechnik, und durch den Wegfall protektionistischer und bürokratischer Hürden könnten die Märkte in Südamerika vor allem für mittelständische Betriebe neue Attraktivität gewinnen.

Marktchancen für Maschinenbauer (weiterlesen)