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BBest Practice:

Koffer packen und los

Die Weles Group prägt mit »Packenger« den Reisegepäckmarkt.

Deutsche sind reiselustig. Mehr als jeder Zweite, 58 Prozent, hat 2017 eine Reise von wenigstens fünf Tagen unternommen. In der Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen waren es sogar 65 Prozent. Deutschland selbst ist mit rund 34 Prozent das liebste Reiseziel, Spanien folgt mit gut 14 Prozent.
Wo auch immer es hingeht: Einen Koffer braucht jeder, der »eine Reise tut«. Dabei spielt die Marke eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist den Deutschen das Preis-Leistungs-Verhältnis. Hochwertiges Reisegepäck zu einem angemessenen Preis – das überzeugt. Die Weles Group aus Mühlheim an der Ruhr hat dieses Bedürfnis erkannt und vor sechs Jahren die Packenger GmbH gegründet. In zwei Produktlinien werden Koffer produziert und vermarktet. Ein weiterer Schwerpunkt sind Ledertaschen.

Eine alte Mühlheimer Tradition

Die Lederprodukte von Packenger beziehen sich auf eine alte Mühlheimer Handwerks-Tradition. Mühlheim galt lange als Lederhauptstadt. Durch die Einrichtung einer Schuhmacherzunft im Jahr 1639 fand das Lederhandwerk schon früh ideale Bedingungen in Mühlheim. Dazu kamen die Lage an der Ruhr und die vielen umliegenden Bauernhöfe mit Rinderhaltung als positive Verstärker. Um 1920 waren über 50 Lederfabriken in Mühlheim ansässig, mehr als anderenorts.
Auf diese prägende Historie stützt sich Packenger noch heute, wenn das Unternehmen seine Lederwaren in Mühlheim entwickelt und Prototypen umsetzt. Fertigen lässt Packenger in Indien. So verbindet sich deutsches Design mit indischem Produktions-Know-how.

Business- und Economy-Line

Im Bereich des Hartschalen-Reisegepäcks ist Packenger mit zwei Linien auf dem Markt. In der Business-Line werden hohe Standards mit Zusatzfunktionen wie luftgefederte Räder kombiniert. Die Economy-Line ergänzt die hochwertige Ausstattung um zeitloses Design und knackige Farben. Verschiedene Größen und Kombinationsmöglichkeiten zu Sets erlauben den Reisenden individuelle Zusammenstellungen je nach Bedarf.

Besonders gut sind auch Lizenzprodukte positioniert: So gibt es einen Kinderkoffer im Lamborghini-Design, der nicht nur die Kleinen begeistert.

Hier schafft Packenger es, sich über Kundenbewertungen und Rezensionen erfolgreich zu vermarkten. »Vielen Reisenden, ich schätze 80 bis 90 Prozent, ist die Marke ihres Koffers im Grunde nicht wichtig«, erläutert Geschäftsführer Marc Wehning. »Weil es sich in den Online-Bewertungsportalen aber rumspricht, dass wir hochwertige und eben besondere Modelle verkaufen, generieren wir neue Kunden.« Den Bereich der Lizenzprodukte will Packenger ausbauen – und so weitere positive Bewertungen erreichen.

Online-Handel nutzen

Das Online-Business spielt eine große Rolle für Packenger. Der Vertrieb läuft derzeit rein über Händler wie Amazon, Otto-Neckermann und auch Karstadt. Dort, sowie zum Beispiel bei real, werden die Waren auch stationär verkauft. Die Händler werden direkt beliefert. Packenger kann so sein Lager freihalten für Saisonspitzen zur Reisezeit ab Mai und zum Weihnachtsgeschäft. Ein eigener Webshop ist in Planung. Damit reagiert Packenger zusätzlich auf den wachsenden Online-Markt.

Neben dem Vertrieb läuft parallel auch das Hauptmarketing über den Onlinehandel. Durch die Positionierung bei den großen Händlern werden alle Zielgruppen angesprochen: die Käufer, die direkt im Geschäft vor Ort kaufen, und die Käufer, die nur online kaufen. Und mit den Bewertungen werden verifizierte Käuferaussagen zu authentischen Kaufempfehlungen. Bisher verkauft Packenger so hauptsächlich in Deutschland – der internationale europäische Handel soll in Zukunft stärker in den Fokus genommen werden.

Zusammenarbeit mit China

Packenger lässt sein Reisegepäck in China fertigen. Mit drei ausgewählten Produzenten konzentriert sich das Mühlheimer Unternehmen bewusst auf wenige Geschäftspartner. Als Mitglied der BSCI (Business Social Compliance Initiative), einer branchenübergreifenden europäischen Initiative von Einzelhandelsunternehmen und importorientierten Produzenten, legt Packenger Wert auf sozial- und umweltverträgliche Produktionsbedingungen.

Die Abwicklung läuft dabei mit englischsprachigen Partnern vor Ort. »Internationales Business geht nur mit Englisch«, meint Marc Wehning. »Das ist auch in China unserer Erfahrung nach die Regel.« Gleichzeitig sind die eigenen Mitarbeiter mit chinesischer Kultur zumindest vertraut. »Wir möchten respektvoll mit unseren Geschäftspartnern umgehen. Dazu gehört auch ein Grundwissen von Kultur und Sprache«, betont Wehning. Der Diplom-Informatiker ist übrigens selbst auch viel auf Reisen – geschäftlich und privat. Immer dabei: ein roter Packenger-Koffer, Modell »Marina«. So spiegelt sich die eigene Reiselust im farbenfrohen Reisegepäck. Und das ist die beste Basis für: »Gute Reise!«

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