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BBest Practice:

Xièxiè – Produktabnahme ist Chefsache:
Marcel Jansen, Liix, besucht seine
chinesischen Produzenten vor Ort.

Der eine spricht kein Chinesisch, der andere wenig Englisch. Wie schafft man es dennoch, aus einem Prototypen ein erfolgreiches Lifestyle-Accessoire zu machen? Man trifft sich. Vor Ort, in China, direkt in der Fabrik.

In Köln sitzt die Firma Liix, die Gründer Marcel Jansen vor 13 Jahren gemeinsam mit dem kreativen Mitarbeiter Bastian van Velthoven ins Leben gerufen hat. Von Haus aus Fahrrad-Fan betrieb Jansen zunächst nur das Ladengeschäft und die Werkstatt »Radfieber«. Mit der Entwicklung und dem Vertrieb von hochwertigen und stylischen Fahrrad-Accessoires geht Jansen seit 2006 mit seinem Team weitere Wege.
 

Begeisterung fürs Rad

Zunächst produzierte Jansen mit taiwanesischen Herstellern seine Klingeln, Sattelschoner und Schlösser. Doch zum einen entwickelte sich der Markt dort mehr und mehr Richtung E-Bike und Fortbewegungstechnik, zum anderen ließen auch die Taiwanesen in China fertigen. Also ging Jansen vor gut fünf Jahren selbst auf die Suche nach einem chinesischen Produzenten. »Wir besuchten Messen, sprachen mit Agenten«, erinnert sich der studierte BWLer. »Schnell stellten wir aber fest, dass viel versprochen, jedoch wenig gehalten wurde. Also machte ich mich selbst auf den Weg nach China.« Vor Ort besuchte Jansen verschiedene Fabriken, bevor er sich für einen kleinen Familienbetrieb entschied, der nur für die Fahrradbranche produziert – und das seit 70 Jahren. »Die Begeisterung fürs Fahrrad und die jahrzehntelange Erfahrung auf jeweils beiden Seiten verbindet uns«, freut sich Jansen. Gleichzeitig hat er einen Blick auf die Arbeitsbedingungen – ein sensibles Thema gerade für die deutschen Käufer.

Kultige Designs und coole Produkte

Von der Idee zum Produkt

Liix’ Aushängeschild sind die kultigen Designs und coolen Produkte. Liix erfindet immer wieder Neues und setzt damit Trends. Viel Input bekommen Jansen und seine Crew von Fahrradfahrern aus ihrem eigenen Geschäft »Radfieber«. Hier tauschen sich Händler und Käufer gern auf Augenhöhe aus. Weil vor allem Accessoires wie Klingeln oder Sattelschoner Impulskäufe sind, bringt Liix nicht nur regelmäßig neue Designs auf den Markt, sondern lässt auch verschiedene Produkte innerhalb eines Designs fertigen. Das kommt an.

Und so ist der Ablauf: Liix’ Designer setzen nach Jansens Ideen und Wünschen erste Scribbles für zum Beispiel eine neue Klingel um. Es folgt die 3-D-Zeichnung, aus der dann der Prototyp in China gefertigt wird. Jansen fliegt zur Abnahme in die chinesische Fabrik und bespricht Änderungen, bevor dann aus der Idee ein neues Lifestyle-Produkt wird.

Für den Außendienst hat Jansen übrigens seinen Vater aus dem Ruhestand akquiriert: Als charmanter Niederländer ist er Verkäufer mit Leib und Seele und schnell zum »Gesicht des Außendienstes« geworden.

Eine Vertriebsneuerung konnte Liix Ende 2018 umsetzen: Die Ware läuft nicht mehr zwingend über Köln, sondern geht aus China teilweise direkt an alle Vertriebspartner in Deutschland und Dänemark, Großbritannien, Korea oder Neuseeland. Möglich wird das durch einen holländischen Logistikpartner. Mehr internationales Business geht fast nicht.
 

Webshops – E-Commerce im Ausland

Neben seinem eigenen Webshop arbeitet Liix vor allem auch im Ausland mit Partnern zusammen, die als Distributoren die Waren über Onlineportale verkaufen. In Japan ist das zum Beispiel »Rakuten«. Anders als Amazon verkauft Rakuten aber selbst keine Ware, sondern bietet wiederum Onlinehändlern eine Plattform. Für Liix ist das insofern clever, als dass der Verkauf direkt mit dem Händler abgewickelt wird. »Amazon selbst beliefern wir gar nicht mehr«, erklärt Jansen. »Weder die Geschäftsbeziehung noch die Arbeitsbedingungen für die Angestellten sagen uns zu.« Auch hier läuft der Verkauf über einen zwischengeschalteten Händler.

Übrigens fertigt Liix nicht nur eigene Kreationen: Viele namhafte Unternehmen haben bereits Lizenzprodukte für den eigenen Bedarf beauftragt. Ob die Carlsberg-Klingel oder das Southern Comfort-Bike – der Bereich Branding und Promotion hat in den letzten Jahren stark Zulauf erhalten. Trotzdem bleibt Jansen bei seinen eher kleinen und dafür sehr vertrauten Produzenten in China.
 

Vertrauen und Offenheit

Heute arbeitet Liix mit vier bis fünf kleinen chinesischen Herstellern zusammen, alles reine Fahrradspezialisten.
Rund einmal im Monat fliegt Jansen »rüber« und spricht mit seinen Partnern vor Ort. »Das schafft und erhält Vertrauen«, betont der Wahl-Kölner. Die Sprachbarriere wird dabei von beiden Seiten »mit Händen und Füßen« umgangen: Gefertigte Prototypen werden gemeinsam getestet und optimiert. Erst nach der Freigabe durch den Chef selbst startet die Produktion. In den Familienbetrieben lassen sich auch kleinere Stückzahlen, ab rund 3.000 Teilen, fertigen.

Marcel Jansen bleibt meist zwei bis drei Tage in China. In den Schulferien wird er oft von seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern begleitet. »Offenheit gegenüber Fremden und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen – das möchte ich meinen Kindern mit auf den Weg geben«, betont Jansen. »Wir sitzen ja nicht nur beim Essen alle an einem Tisch.« Dass seine Fahrradbegeisterung sich auch beruflich bei seinen Kindern fortführt, ist Jansens größter Wunsch. »Es wäre super, wenn Radfieber und Liix eines Tages von meinen Kindern weitergeführt werden würden.« Dann könnte auch der Vater sagen: Xièxiè – danke!

Work-Life-Balance: Marcel Jansen und sein Team beim Grillen am Rheinufer

Wer ist Marcel Jansen?

Marcel Jansen lernte im kalifornischen Venice Beach die Fahrräder namens »Cruiser« kennen. Von deren Bequemlichkeit und Attraktivität überzeugt, begann er, die Bikes nach Köln zu importieren. 1994 gründete er »Radfieber«. Im Laufe der Jahre erkannte Jansen, dass individuelle Ausstattungen für Fahrräder gefragt sind. 2006 rief er so sein Unternehmen »Liix« ins Leben. Heute umfasst das Team um Marcel Jansen neun Mitarbeitende. Work-Life-Balance ist dabei die tragende Säule der Unternehmensphilosophie.

www.liix.net

www.radfieber.de




Fakten

Alles rund ums Fahrrad

China ist ein Fahrradland, genau wie die Niederlande, wo Marcel Jansen seine Wurzeln hat. Auch in Deutschland liegt Radeln immer mehr im Trend. Individuell ausgestattete Fahrräder oder hochpreisige Modelle – die Spannbreite bei Liix und Radfieber reicht von acht Euro für eine Klingel bis zu 5.000 Euro für ein ultraleichtes Rennrad. Ein Kölner Medienanwalt hing sich so eins übrigens in seinem Büro an die Wand – als Einstieg für Mandanten-Gespräche. Das zeigt einmal mehr den Stellenwert des Produkts Fahrrad.
 

Engpässe wegen Bike-Sharing

China macht es vor: 2017 boomte das Bike-Sharing vor allem in den Großstädten. In Shanghai verzeichnete der Anbieter »ofo« 20 Millionen Nutzer. Die Start-ups ließen tausende Räder produzieren. Die Hersteller waren damit so ausgelastet, dass dies auch bei Liix in Köln zu spüren war: Es kam zu Lieferengpässen. Aber der Sharing-Boom hat auch Schattenseiten. Ausrangierte Fahrräder stapeln sich auf wilden Müllkippen, Städte und Gemeinden beschweren sich wegen falsch abgestellter Räder. In Deutschland setzt sich das Bike-Sharing nur langsam durch.
 

Zahlen & Fakten

Derzeit liefert Liix rund 50 Prozent seiner Artikel innerhalb Deutschlands aus, die anderen 50 Prozent gehen ins Ausland. Ein Fokus wird momentan auf Asien, außer China, gelegt: Japan und Korea sind die kommenden Absatzmärkte. Design made in Germany kommt dort besonders gut an. In China selbst möchte Jansen derzeit nicht verkaufen: Zu groß ist die Sorge, dass seine Produkte kopiert werden könnten.
 

Patentierte Neuheit für 2019

Liix erweitert ständig sein Sortiment. Von A wie Aufkleber über L wie Lenkervasen für Blumen bis zu Z wie Zahlenschloss bekommen Radbegeisterte alles für ihr Zweirad. Eine besondere Neuheit wird es 2019 geben: der flexible Handyhalter. Anders als die starren Modelle, die jeweils auch nur zu einem Handytyp passen, bringt Liix einen biegsamen Halter auf den Markt. In das patentierte Modell lassen sich dann verschiedene Handys und Smartphones einsetzen.

Quellen:
https://mobilitymag.de

www.handelsblatt.com

Angucken

3-folgige Dokumentation aus dem japanischen Fernsehen über Liix:
The Lifestyle of a Bicycle Shop Owner.

https://www.youtube.com/watch?v=9uVmncP3gMw

 

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